Kleine Runde in der Ahreifel

Obwohl es sich bei dieser kleinen Rundfahrt um eine nicht wirklich besondere Tour handelte, war sie für mich doch wichtig.
Es galt eine "Kopfsache" zu bereinigen.

Vor kurzem erst wurde bei mir eine Lungenembolie festgestellt, ein Verschluss mehrerer Lungenarterien.
Dieser Verschluss stammt üblicherweise von einem eingeschwemmten Blutgerinnsels, welches  meist aus den Bein- oder Beckenvenen stammt, wo sich eine Thrombose gebildet hat.
Um es kurz zu machen: ich gehöre glücklicherweise zu denen, die weiteratmen können.
 
Da ich dieses Jahr mit dem neuen Motorrad fast jetzt schon in einem halben Jahr knapp 8000 km zurückgelegt habe und ich eher auch auf längeren Fahrten der Typ bin "ach, einfach mal die Beine strecken, keine Pause machen", kann ich natürlich nicht ausschließen, dass der Verschluss auch daher gekommen sein kann. Es lässt sich leider nicht mehr feststellen. 

Ich muss / werde nun bis zum Rest des hoffentlich (ach, ganz bestimmt) doch noch langen Lebens Blutverdünner nehmen und habe einen entsprechenden Ausweis bei mir und auch etwas für den Tankrucksack ausgedruckt.
Also bloß keinen Unfall riskieren.

Aber da mich auch auf dem Gehweg der Blitz treffen kann, galt es nun, die erste Soloausfahrt zu absolvieren, um eben diese Sorge zu relativieren.
Vorsichtshalber natürlich die Koffer als zusätzlichen Schutz angebracht und auch Kaffee gekocht, um unterwegs öfter zu pausieren.

Die ersten vielleicht zehn Kilometer war ich noch im "Kopf gefangen", ab diesem Zeitpunkt war / ist jedoch wieder alles im Reinen. Also alles richtig gemacht.

Und so wird es auch bleiben und die Erwähnung der Erkrankung in diesem Blog ist somit dann auch "Geschichte".





Los geht es diesmal nach einem Termin in Berkum (EKZ Wachtberg) und die Fahrt geht zunächst in grobe Richtung Meckenheim.
Nach kurzer Strecke biege ich jedoch rechts nach Holzem ab, so dass mich der Weg nach Villip führt, wo ich links abbiege und nach der Ampel der Burg Gudenau meine Aufwartung mache.


Die Wasserburg ist im frühen 13. Jahrhundert entstanden und erhielt im 17./18. Jahrhundert ihr heutiges Erscheinungsbild.
Um 1560 wurde die vierflügelige Hauptburg mit rückwärtigem großem Park ausgebaut, der Zeit entsprechend etwa mit gotischem Erker und geschweiften Hauben. Einer der vier runden Ecktürme hat ein spitzes Schieferdach, die Dächer der übrigen drei Ecktürme sind barock.
Eine Vorburg mit fünfgeschossigem Torturm, geschiefertem Walmdach und achteckigem Uhrentürmchen steht an der Frontseite der Burg (Quelle).


Die in drei Terrassen gestaffelte Gartenanlage wurde im 17. Jahrhundert mit italienischen Einflüssen gestaltet. Sie ist der einzig erhaltene private Barockgarten des Rheinlandes. Eine Besichtigung der Parkanlagen der Burg ist von März bis Dezember an Wochentagen möglich (Quelle wie zuvor).


Kurze Zeit später noch einmal kurz anhalten und einen Blick zurück werfen. 
Anschließend fahre ich weiter und nehme die kleine Wegstrecke zwischen Klein-Villip und Adendorf, wo ich links zur Burg Adendorf abbiege.


Das erste kleine Teilstück kann noch befahren werden, dann weist ein Hinweisschild darauf hin, dass der Rest Privatweg ist.
Also bleibe ich natürlich auch davor stehen, um von hier ein Foto zu machen.


Burg Adendorf ist ein ehemaliger Adelssitz am südlichen Rand von Adendorf, einem Ortsteil von Wachtberg in Nordrhein-Westfalen.
Obwohl der Name anderes vermuten lässt, handelt es sich bei Adendorf nicht um eine Burg, sondern um ein Wasserschloss, weshalb für die Anlage auch der Name Schloss Adendorf gebräuchlich ist. Sie steht als Baudenkmal unter Denkmalschutz und ist eine der besterhaltenen Wasserschlossanlagen im Rhein-Sieg-Kreis.
Die Anlage wurde 1337 erstmals urkundlich erwähnt und entwickelte sich über die Jahre von einem zweiflügeligen Winkelbau zu einer geschlossenen Vierflügelanlage, die nach ihrem Umbau zu einem Schloss kaum noch verändert worden ist und damit ihre Erscheinung des 17. Jahrhunderts im Großen und Ganzen bewahrt hat. Seit 1826 ist sie Eigentum der Freiherren von Loë, die nach Absprache Schlossführungen für Gruppen anbieten (Quelle).


Über Vettelschoß, Holzweiler und Esch geht es nun hinab an die Ahr bei Dernau.


Am Aussichtspunkt "Sondersberg" oberhalb von Dernau steht dann die nächste Rast an und das erste gemütliche Kaffeetrinken aus der durchaus guten und neuen Thermoskanne.


Tiefenentspannt geht es nun nach Dernau hinab.
So langsam weichen die vertrockneten Blätter an den Bäumen dem tatsächlichen Herbstoutfit.


Über Mayschoß geht es nach Altenahr und weiter über Pützfeld bis Brück.
Dort geht es rechts über die Ahrbrücke und anschließend hinauf nach Lind.

Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen: der Weg hinauf führt direkt an den rechts gelegenen steileren Waldhängen vorbei. Auch an diesem Tag war umsichtiges Fahren angesagt, da recht viele kleinere Steinchen abgegangen waren.
Vorzugsweise in den Kurven.


Direkt nachdem der Wald sich lichtet, mache ich eine kurze Fotorast.


Es geht gesittet (!) durch den Ort hindurch und anschließend weiter in grobe Richtung Plittersdorf.

Gesittet? Ja! Bitte!
Die Dorfbewohner sind nicht gerade über die meisten Motorradfahrer amüsiert, die scheinbar den Nürburgring hierher verlegt haben.
Und wenn man sich mal aufmerksam umschaut, kann man sie in den meisten Fällen durchaus verstehen.

Am Ortsende halten wir uns auf den kurzen asphaltierten Weg nach links und genießen wie immer die wahnsinnig schöne und auch tiefenenspannende Aussicht hier oben.
Etwa mittig im Bild ist übrigens der Aremberg zu erkennen.


Und da ich ja auch etwas ändern will, nutze ich diesen Punkt, trinke einen Kaffee und genieße die Ruhe und schöne Sicht.
Und ja: der Helm war bis auf das Foto natürlich ausgezogen. 


Nachdem ich losgefahren bin, ist der nächste Halt jedoch nur etwa einen Kilometer entfernt.
Vor dem Waldstück geht es links zu einer Schutzhütte mit weiterer schöner Aussicht.
Hier ist der Aremberg ganz rechts mittig zu erkennen.


Ich passiere Plitterdorf uns fahre nun in grobe Richtung Effelsberg, wobei ich jedoch an der Einmündung scharf rechts fahre und die Kehren hinab nach Binzenbach fahre.


Über Kirchsahr, Eichen und Scheuren fahre ich nun nach Kurtenberg.
Da derzeit dort Straßenarbeiten stattfinden und die Strecke nach Todenfeld gesperrt ist, fahre ich somit eine Schleife, die mich an den Rand von Rheinbach bringen wird.
Hier biege ich am Waldhotel rechts ab und fahre somit auf die Waldkapelle zu.

Am 20. Januar 1681 wurden beim Spalten einer Buche in deren Stamm die Buchstaben des Christusmonogramms IHS entdeckt, die beiden ersten und den letzten Buchstaben des griechischen Namens Jesu.
Bereits 1683 wurde am Fundort die erste Waldkapelle errichtet.
Im Zuge der Entwicklung der Kapelle zu einer Wallfahrtsstätte baute man 1686 ein Kloster sowie neben die Kapelle 1728 eine Kirche. Sie verfügte über einen Grundbesitz von etwa neuneinhalb Morgen (das entspricht etwa 30.000 m²). Sie wurde 1745 von Kurfürst Clemens August feierlich eingeweiht.
1781, hundert Jahre nach seiner Entdeckung, kam das inzwischen in Silber gefasste Buchenscheit wieder an seinen Ursprungsort zurück.
Im Oktober 1794 besetzten die Franzosen das Rheinland. Kurz vor der Säkularisation wurde das Kloster 1802 aufgelöst und diente zunächst u. a. als Gaststätte, bis sie 1804 von der französischen Domänenverwaltung verkauft wurde. Kloster und Kirche wurden abgerissen und das Baumaterial versteigert; die Waldkapelle überlebte.
1843 erwarb die Stadt Rheinbach die Kapelle mit dem Grundbesitz und ließ sie ab 1846 wiederherstellen. Die Reste der Klosteranlage wurden eingeebnet und um die Kapelle ein freier Platz angelegt. Heute durchschneidet die 1865 erbaute Landstraße nach Todenfeld den Rand des damaligen Platzes.
1984 wurde das silbergefasste Holzscheit gestohlen, wurde jedoch 1986 anhand von Fotos wieder rekonstruiert.
Seit Mai 2009 hängt die bronzene „Schwesternglocke“ in der Waldkirche und läutet um 7, 12 und 18 Uhr den „Engel des Herrn“(Quelle).


Es geht nun heimwärts, wobei ich über Todenfeld, Hilberath und Adendorf wieder nach Berkum zurückfahre.

Das war wichtig und die richtige Entscheidung!

Videozusammenschnitt der Tour:


(DSGVO-konform und GEMA-frei)

Sicherheitshinweise:

Alle Angaben - auch im Blog - sind ohne Gewähr.
Wenn Ihr die Tour nachfahren wollt, so geschieht dies auf eigene Gefahr.
Jeder Fahrer / jede Fahrerin ist für seine / ihre Fahrweise und Streckenwahl selbst verantwortlich.
Risiken, welche bei einer Motorradtour auftreten können, werden als bekannt vorausgesetzt.
Der Tourenautor /-ersteller haftet nicht für Schäden vor, während und nach der Tour. 
Insbesondere nicht für Schäden an Motorrad und / oder gesundheitlichen Schäden, die durch Unfall, Verlust, Einfluss Dritter und / oder elementare Einflüsse entstanden sind.
Der Track wird während der Fahrt mit aufgezeichnet. Hierbei sind Abweichungen des Tracks vom tatsächlichen Straßenverlauf nicht ungewöhnlich, erst recht, wenn das GPS-Signal Schwierigkeiten hat. Daher unbedingt dem Straßenverlauf dem mitgezeichneten Track Vorrang leisten.
Eine Haftung ist daher ausgeschlossen.

Track zur Tour: