Rhein-Mosel-Hunsrück-Eifel

Sonniges Wetter den ganzen Tag.
Also flux auf das Bike geschwungen und am Rhein entlang zur Mosel gefahren, von dort einen Abstecher in den Hunsrück und abwechselnd über Mosel und Eifel zurück.

Da die mit BaseCamp geplante Tour länger werden sollte, wurde erst einmal "Strecke" am Rhein gemacht: von Remagen aus geht es - vorbei an Koblenz - zunächst nach Boppard

Direkt am Ortseingang von Boppard fahren wir rechts in das Mühltal hinein und über das Thomastal auf kurviger Strecke in Richtung Nörtershausen.


Sobald das Waldstück sich öffnet, werden wir mit dieser herrlichen Aussicht belohnt.
Logisch, dass wir für eine kleine Rast anhalten und die Aussicht genießen.


Gleichzeitig auf dieser Tour schaut die Sozia, ob sie die Koffer während der Fahrt stören.
Um es kurz zu machen: sie stören nicht.

Bei Alken - in Sichtweiter der Burg Thurant - geht es an die Mosel.
Eigentlich wollten wir auf dieser Seite des Flusses an Brodenbach vorbeifahren.
Aufgrund eines Motorbootrennens ist diese Strecke jedoch abgesperrt, so dass wir auf die andere Uferseite umgeleitet werden und hier bis zur ersten Brücke zur erneuten Querung bei Treis-Karden fahren.

Konnten wir bis dahin das Motorrad "gleiten" lassen, ist jetzt "Arbeit" angesagt.
Es geht von Treis-Karden mit einer Vielzahl von Kurven unterschiedlichster Güte hinauf zum Kloster Maria Engelport. Bislang waren wir immer nur daran vorbeigefahren, heute wollten wir hier eine kurze Rast machen.


Das Kloster wurde um 1220 durch den Ritter Emelrich von Monreal gestiftet und von Zisterzienserinnen aus dem Kloster Kumbd besiedelt. Aufgrund mangelhafter wirtschaftlicher Unterstützung durch die Gründerfamilie wurde das Kloster schon bald wieder aufgegeben. Eine zweite Gründung erfolgte 1262 durch Philipp von Wildenburg und seine Frau Irmgard von Braunshorn. Das Ehepaar besiedelte die Neugründung mit drei ihrer Töchter und anderen Dominikanerinnen aus einem Ardennenkloster. Diese wechselten am 28. August 1272 zum Prämonstratenserorden über und wurden am 2. Oktober 1275 der Aufsicht des Abtes von Kloster Sayn unterstellt. Von dort hielt sich mit einer kurzen Ausnahme (1617–1672 kam der Prior aus Rommersdorf) ständig ein Prior und zeitweise zusätzlich ein Kaplan in Engelport auf [Quelle].


Im Dreißigjährigen Krieg setzten schwedische Truppen Kloster Engelport in Brand und beschädigten es schwer. Ab 1641 ließ Meisterin Elisabeth von Metzenhausen die Wohn- und Wirtschaftsgebäude notdürftig wiederherrichten, bevor sie 1661 neu errichtet wurden. Kirche und Kreuzgang waren nicht zerstört worden.
Bis zur Besetzung durch französische Revolutionstruppen am 4. Oktober 1794 bzw. zur Aufhebung am 25. Juli 1802 befanden sich fast stets bis zu 25 Chorfrauen im Kloster Maria Engelport. Erst 1818 fanden sich Käufer für das säkularisierte Kloster. Kirche und Konventsgebäude wurden weitgehend abgerissen und ein Teil weiterhin von den Besitzern und Pächtern bewohnt, die es bis zum Verkauf an die Oblaten OMI im Jahre 1903 als landwirtschaftliches Gut nutzten [Quelle wie vor].


Nachdem das Kloster seit Ende des 18. Jahrhunderts Ruine war, gelangte es auf Betreiben des Pommerner Pfarrers Peter Haubrich 1903 in den Besitz der deutschen Provinz der Ordensgemeinschaft der Hünfelder Oblaten, die 1904/05 einen Neubau errichteten. Nach dem Bau der Kirche in Kail hatte sich der damals 60-jährige Peter Haubrich die Neugründung von Engelport zur neuen Lebensaufgabe gemacht.
Die Klosterkirche in neugotischem Stil ist nach Nordwesten ausgerichtet und nicht geostet, wie es früher üblich war. Nach Südosten schließt sich das Hauptgebäude an, sodass sich zur Straße hin eine lange Front ergibt. In der Mitte dieser Front steht der Kirchturm mit dem Haupteingang.
Maria Engelport ist ein Wallfahrtsort, an dem die Muttergottes und ihre Mutter, die heilige Anna, verehrt werden. Außerdem gibt es eine Reliquie des heiligen Bischofs und Ordensgründers Eugen von Mazenod [Quelle wie vor].


Noch kurz etwas verweilt und wir fahren weiter.


Ein letzter Blick und wir fahren weiter.


Die teils ebenso kurvenreiche aber auch "weitsichtige" Route führt uns als nächstes zum Flughafen Frankfurt-Hahn im Hunsrück.

Der Flughafen Frankfurt-Hahn ist ein seit 1993 aus US-Militärverwendung konvertierter ziviler Flughafen in Rheinland-Pfalz. Der sechstgrößte Frachtflughafen Deutschlands liegt rund 125 Straßenkilometer westlich von Frankfurt am Main. Im Passagierverkehr wird er hauptsächlich durch die irische Billigfluggesellschaft Ryanair bedient. Auf Grund seiner Vergangenheit als Militärflughafen hat der Flughafen keinen Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr, wird jedoch von einigen Fernbuslinien angefahren [Quelle].


Während ich auf einen startenden oder landenden Flieger warte, den ich gemeinsam mit dem Motorrad ablichten kann, machen wir eine kurze Rast.
Es tut sich nichts. Also die Kamera wieder verstauen, Helm auf, Handschuhe an.
Als dies alles erledigt ist passiert genau das, worauf ich gewartet habe: zum greifen nahe hebt eine Maschine aus der Senke ab und ich habe das Gefühl, dass ich die deren Reifen drehen könnte, wenn ich die Hand in die Höhe halte.
So geht es ohne dieses Foto weiter.

Scheinbar habe ich bei der Tourenplanung "geschlafen".
Geplant war, oberhalb von Traben-Trarbach an der Grevenburg in den Ort zu fahren.
Gebastelt habe ich mir allerdings irgendwie die Burg Landshut oberhalb von Bernkastel-Kues.
Keine Ahnung, wie ich das wieder hinbekommen habe. Entschädigt werden wir aber durch eine schöne und kurvenreiche Fahrstrecke.

Egal. Wir wechseln die Uferseite und fahren eben auf dieser Seite zurück nach Traben-Trarbach, wo wir eine weitere Rast einlegen.


Der Vorteil an den Koffern: es passen genug Getränke rein.


Da ist sie rechts zu erkennen: die Grevenburg.
Ok. Dann halt beim nächsten Mal.

Bei Reil geht es links in die Höhe und wir schauen tief unten auf die Kanonenbahn.

Mit teils langgezogenen Kurven fahren wir jetzt weiter nach Bad Bertrich, um an der dortigen Käsegrotte Nähe der Elfenmühle eine weitere Rast einzulegen.


Kurvenreich geht es weiter hinauf nach Kennfus, um hernach aber wieder hinab an die Mosel zu fahren.


Genauer gesagt: nach Cochem.
An der Aussichtsplattform oberhalb wird eine Fotopause eingeleitet.


Ein Blick hinab auf Cochem an der Mosel und natürlich auch auf die Reichsburg Cochem selbst.

Es geht nun am Wasser entlang bis Treis-Karden, wo wir theoretisch auf die Umleitungsstrecke von der Hinfahrt treffen.
Wir fahren jedoch links hinauf in Richtung Kaisersesch.


Viele Windkrafträder säumen jetzt unseren Weg.


Zeit für eine Pause mit entsprechendem "Beweisfoto".


Der Rest der Strecke führt uns über Monreal nach Mayen, wo wir wieder auf die A61 treffen und diese für die schnellere Heimfahrt nutzen.

Diese Tour hat bei diesem Wetter und den unterschiedlichen Begebenheiten (Kurven, Aussichten ...) eine Menge Spaß gemacht.


Track, Übersichtskarte etc.: