Mach es zu Deinem Projekt - Garage

Der "geneigte" Leser erinnert sich vielleicht noch daran:
Friederike fand meine alte Motorradgarage und das Motorrad darin einfach "umwerfend".

Während das Motorrad - zum Glück - komplett heile geblieben ist, war die alte Garage hin.

Nach Ausgleichzahlung der Versicherung habe ich mich dann diesmal nach einer schwereren Version umgeschaut, die aber auch bezahlbar bleiben sollte.

Bei der Suche im Web stieß ich bei "Hornbach" auf die von WEKA-Holzbau als Motorradgarage "La Cochera" beworbene Garage "mit Fußboden".

Sie sollte es werden. Und da ich keine 200,- € Mehrpreis für die "kesseldruckimprägnierte" Version ausgeben wollte, wurde es die Lieferung des "Naturholzes" für 825,- €.

Die Lieferung:


Pünktlich und mit Vorankündigung wurde uns dieses zunächst überschaubare  Paket zugestellt.


Um das Naturholz bis zur Verarbeitung zu schützen, haben wir es zunächst in der alten Garage eingelagert.

Das Lasieren:


Eine Woche Urlaub, also genug Zeit für den gemütlichen Aufbau der Garage.
Wenn da nicht Schnee und Regen wären.
Also jede freie Minute genutzt und die erste Lasur begonnen.
Gut, dass ALDI zu diesem Zeitpunkt Holzlasuren im Angebot hatte, die auch noch mit dem Blauen Engel versehen waren.
Für die erste Lasur in "Nussbaum" (sieht man den Matsch von den Hunden im Garten nicht so 😀) gingen für alle Teile dann etwa sechs Liter drauf.


Erste Lasur fertig. Knapp einen halben Tag gebraucht für alle Teile.


Nach zwei Tagen "Zwangspause" aufgrund Schneefall dann die zweite Lasur aufgebracht.
Scheinbar hatte ich gut vorgearbeitet: ich habe tatsächlich nur noch die restlichen vier Liter gebraucht.

Der Fußboden:


Zunächst die alte Garage abgebaut und durchgekehrt. Und nein, der Eindruck täuscht.
Der Unterboden ist kerzengerade.


Unter fachkundiger Aufsicht ging es dann an das "Bodenkonstrukt".
Trotz des peniblen Haltens an der Aufbauanleitung gefiel mir das Anbringen der unteren Hölzer nicht wirklich.
Die Seitenbretter werden schräg in die unteren Latten geschraubt. Trotz Vorbohren splittert das Holz teilweise leicht und das Einschrauben ist sehr schwierig.



Der Fußboden ist verlegt und vernagelt.
Zack, hat sich die rechte Seite wieder gelöst.
Also doch noch Flachverbinder kaufen und an den Unterlatten zuzüglich befestigen.
Gerade die untere Reihe sollte entsprechend sitzen.


Da ich Bedenken habe, dass ich mit nassen Motorradreifen auf dem Holzboden wegrutschen könnte, habe ich mir noch eine 3 mm dicke Gummischutzmatte gekauft und diese nach diesem Foto noch angenagelt.

Die Außenwände:



Das ging recht schnell.
An der linken Wandseite wird es - wie vorausgesehen - etwas enger. Reicht aber noch für die Dachschräge und genügend Luft zwischen Hauswand und Garage.
Also nach und nach die Bretter aufgesetzt und einzeln verschraubt. Obere Reihe geht dann mit Leiter.

Da es nun wieder durchgängig regnete und ich mir dennoch eine Erkältung zugezogen habe, war wieder Pause angesagt.

Dachaufbau:

Eine Schwierigkeit stellte nun der Dachaufbau mitsamt der Ersteindeckung der besandeten Dachpappe dar.
Wie zu ahnen ist, kam ich - was ich vorher jedoch schon bedacht hatte - nicht an die der Hauswand zugewandte Seite heran, um hier die Dachpappe (Rand- und Mittelbahn) aufzubringen.



Also erst die dem Garten zugewandte Seite komplett mit den Dachbrettern ausgelegt und anschließend die untere Dachpappenbahn auf dieser Seite vernagelt.

Die andere Seite habe ich nach folgendem Schema aufgebaut: Jeweils acht Dachbretter verlegt und genagelt.
Anschließend die untere Bahn bis hierhin aufgerollt und vernagelt.
Sofort danach dann die mittlere Bahn ebenfalls die acht Bretter gerollt und vernagelt.

Und irgendwann war es dann fertig. 😀



Anschließend noch die Leisten am Dach links, rechts und vorne, hinten angeschraubt.
Als nächstes waren dann die Türen dran.
Und die rechte Tür sogar ein zweites Mal, da ich sie verkehrt herum eingebaut hatte. 😌


Und nun steht sie da.
Noch ein drittes Mal lasiert und es stehen jetzt nur noch "Schönheitsarbeiten" an - u. a. noch eine Bordsteinrampe von 40 mm.
Und da es drinnen stockduster ist - sobald die Türen zu sind - wurden innen noch batteriebetriebene Bewegungsmelder angebracht. Jetzt muss ich nachts mit der Sonnenbrille rein. 😄

Fazit:

Ein recht massives Gartenhaus aus Holz mit ausreichend Platz sogar für zwei Motorräder normaler Größen.
Bis auf wenige Ausnahmen (u. a. Dachbalken setzen und verschrauben, Türen zueinander im Rahmen justieren), lässt sich die Garage selbst aufbauen.

Die Aufbauanleitung verdient ein "gut". In einigen ganz wenigen Fällen waren die Zeichnungen für Ungeübte etwas verwirrend, aber dann doch mit Logik verstehbar.
In ebenso zwei Fällen gab es die angegebenen Schrauben von der Bezeichnung her nicht. Sechs mitgelieferte lange Schrauben waren überhaupt nicht in der Anleitung zu finden.

Es waren insgesamt ausreichend Nägel bzw. Holzschrauben vorhanden.

Ein Brett für das Regal fehlte, dafür war ein Brett für die Rückwand zuviel.
Mit ein wenig sägen hat sich das wieder ausgeglichen.


Was fehlt mir persönlich bei dieser Garage zur Nutzung als Motorradgarage?
  • eine ausreichende Belüftung, falls das Motorrad nass in die Garage muss; hier hätte ich an den Stirnseiten eine Belüftung / Durchlüftung für sinnvoll gehalten.
  • eine gummierte Matte (Rutschmatte), wenn das Motorrad mit nassen Reifen in die Garage über die glatten Holzbretter gerollt wird.
  • eine Öffnung, um ein Stromkabel seitlich in die Garage hineinzuführen (z. B. im Winter, wenn die Motorradbatterie geladen wird); so muss eine Türe leicht geöffnet werden.
Würde ich diese Garage erneut holen?
Ja.  Insgesamt gefällt sie mir gut.

Was habe ich für den Bau und die Ausstattung der Garage bislang - neben den mitgelieferten Schrauben etc. - gebraucht?
  • Akku-Bohrschrauber mit zwei Akkus; entsprechende Bits und Bohrer
  • Schraubenzieher mit entsprechenden Bits
  • Stichsäge bzw. Handsäge (geht beides)
  • Deltaschleifer (gesägte Bretter an den Rändern glätten)
  • batteriebetriebene Sicherheitslichter (Bewegungssensor)
  • Universalwinkel
  • Holzmeißel (nicht unbedingt nötig; ging besser mit entsprechendem Bohraufsatz)
  • Hartgummihammer
  • Latthammer
  • Sägeböcke (zwei Stück)
  • gummierte Bordsteinkanten-Rampe
  • zwei Patronen Dach- und Fugendicht
  • 10 Liter Holzlasur (für dreimaliges lasieren), samt Pinsel etc.
  • Leiter 
  • Wasserwaage (lang und kurz)
  • viel Kaffee 😁