Burg Reifferscheid und St. Vith

Diesmal führte uns der Weg zur Burg Reifferscheid bei Hellenthal und hernach mit einem klitzekleinen Abstecher über Belgien.


Zunächst geht es über Meckenheim-Altendorf hinauf nach Hilberath und von dort aus über Berg und Scheuren ... 


 ... zum Michelsberg, wo wir eine erste Pause machen.


Weiter geht es über Mahlberg im Kreis Euskirchen (Bad Münstereifel), wobei wir dieses Ehrenmal für die gefallenen Soldaten passieren.


Es geht weiter in Richtung Falkenberg.
Schöne Strecke. Kannte ich noch gar nicht.


Wir fahren an der Wildenburg vorbei und gelangen recht bald zur Burg Reifferscheid.


Die Ruine der Burg Reifferscheid steht in einer Höhe von 450 Meter über NN nahe der deutsch-belgischen Grenze zwischen Eifel und Ardennen auf dem Gebiet der Gemeinde Hellenthal. Ihr Name leitet sich wahrscheinlich von einem Rodungsgebiet ab, das einem Mann namens Rifhari gehörte, denn die Namen „Rifersceith“ oder „Rifheres-sceit“ bedeuten „Waldteil des Rifhari“ (Quelle).


Von der mittelalterlichen Höhenburg sind lediglich Reste der Umfassungsmauern, ein Torbau mit zwei flankierenden Rundtürmen und übergiebelter Durchfahrt sowie der weithin sichtbare, runde und heute weiß gestrichene Bergfried aus Bruchsteinmauerwerk erhalten.
Die Ruine ist frei zugänglich und kann besichtigt, in Teilen für private Feste auch gemietet werden. Auf ihrem Gelände findet alljährlich das „Historische Fest“ statt, das regelmäßig Tausende von Besuchern anlockt. Hier werden zum Teil alte Handwerkstechniken gezeigt und entsprechende Produkte zum Kauf angeboten (Quelle wie vor).


Reifferscheid wird 1106 erstmals in der Chronica regia coloniensis unter „Riferschit“ schriftlich erwähnt. Der Inhalt der damaligen Nachricht bezog sich auf die Zerstörung der Burg durch ihren damaligen Eigentümer Herzog Heinrich von Limburg und Niederlothringen. Er brannte seine Burg nieder, um zu verhindern, dass sie in Feindeshand fiel.
Im Jahr 1130 wurde durch den Erzbischof Friedrich I. von Köln eine nahe der Burg gelegene Kapelle zur Pfarrkirche erhoben, die durch das Kloster Steinfeld betreut wurde, und 1195 finden die Herren von Reifferscheid zum ersten Mal urkundlich Erwähnung. Einige Jahre später teilten die Brüder Gerhard und Philipp von Reifferscheid ihre Herrschaft, und ein neuer Familienzweig entstand: die Herren von Wildenburg (Quelle wie vor).


Kurz nachdem Johann V. von Reifferscheid die Herrschaft übernommen hatte, wurde die Anlage 1385 durch Truppen Landfriedensbündnisses Maas-Rhein der Städte Köln und Aachen, der Erzbischöfe von Köln und Lüttich sowie des Herzog von Jülich belagert, denn Johann hatte sie durch zahlreiche Raubzüge in der näheren und weiteren Umgebung den Landfrieden gebrochen. Die Belagerung blieb jedoch erfolglos, und die Allianztruppen rückten nach drei Monaten unverrichteter Dinge wieder ab.
1416 beerbten die Herren von Reifferscheid die Niedersalmsche Linie der Grafen von Salm und nannten sich fortan von Salm-Reifferscheid (Quelle wie vor).


Nach einem Brand im Jahr 1509 wurde die beschädigte Anlage wieder aufgebaut. Ein weiteres Feuer am 23. Juni 1669 zerstörte den Ort Reifferscheid und seine Burg dann völlig. Auf den Resten der alten Bausubstanz ließ ihr Besitzer anschließend ein repräsentatives Schloss im Stil Barocks erbauen, und auf den Fundamenten des alten Burgberings wurden auch die Häuser der einstigen Burgfreiheit wieder aufgebaut (Quelle wie vor).


Doch die neue Pracht blieb nicht lange erhalten. Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs wurde das Schloss 1689 von Truppen Ludwigs XIV. geschleift. Der damalige Wiederaufbau muss aber sehr schnell vonstattengegangen sein, denn eine Tuschezeichnung von Mathieu Throuüet zeigt das Schloss um 1725 bereits wieder vollkommen instand gesetzt (Quelle wie vor).


Nachdem Truppen der französischen Revolutionsarmee die Anlage 1794 besetzt und zerstört hatten, wurden die Herren von Reifferscheid 1803 enteignet. Die Herrschaft Reifferscheid war damit aufgelöst. Die Ruine wurde 1805 auf Abbruch versteigert und kam in den Besitz eines Privatmanns. In den folgenden Jahrzehnten diente sie als Steinbruch und lieferte Baumaterial für neue Gebäude in der Umgebung, ehe sie 1889 wieder in den Besitz der mittlerweile in den Fürstenstand erhobenen Familie Salm-Reifferscheid kam (Quelle wie vor).


Halbpanoramaaufnahme vom Bergfried.


Seit 1965 ist die Ruine wieder im Besitz der Gemeinde Hellenthal. Die Bürger Reifferscheids widmeten sich in den letzten Jahrzehnten stark ihrer Erhaltung, wofür der Ort mehrmals ausgezeichnet wurde (Quelle wie vor).


Noch einen abschließenden Blick auf den wunderschönen Burggrabengarten und weiter geht die Fahrt.


Unser nächstes Ziel befindet sich in der Nähe des Losheimergraben: Das Ausstellungsgelände Wetter, Klima, Mensch am Wetterpark Weisser Stein.

Wir erreichen die Ländergrenze Deutschland / Belgien am Losheimergraben.
In Losheimergraben befindet sich eine der Quellen der Kyll und in unmittelbarer Nähe entspringt die Our auf dem Eichelsberg, etwas westlich in Büllingen liegt die Quelle der Warche. 

Kurz überlegt und die vorgeplante Route abgeändert: wir fahren auf belgischem Boden nach St. Vith.
Und sind total begeistert.


Informationen zum Motorradfahren in Belgien (Recht, Bestimmungen etc.) finden sich immer aktuell auf der Seite vom ADAC.

Bei Steinebrück überqueren wir dann erneut die Grenze und fahren in grobe Richtung Prüm.


Zuvor passieren wir die Wintersportanlage Schwarzer Mann.


Über Stadtkyll geht es nun weiter nach Hillesheim, wobei wir kurz vor Jünkerath eine weitere Pause einlegen.


Anschließend geht es an der Burg Kerpen Richtung Nohn, wo die Besucher des Nohner Wasserfalls schon parken wie sie wollen - und übrigens fahren ohne zu schauen.

Die Rückfahrt führt uns über Adenau und Altenahr.


Videozusammenschnitt der Tour:



Track, Übersicht und Karte: