Tropfsteinhöhle Wiehl


Ein Stein ist die verdichtete Geschichte des Universums.
[Verfasser unbekannt]


Für den heutigen Tag war gegen Nachmittag Regen angekündigt.
Ein auswärtiger Termin stand auch noch an.
So wurde das Nützliche mit dem Schönen verbunden und der Ausflug ging nach Wiehl in den Oberbergischen Kreis zur dortigen Tropfsteinhöhle.



Die Vorhersage war leider nicht zutreffend.
Bis Hennef hatten wir noch Glück, allerdings fing es dann richtig an zu schütten.

Die angeblich wasserdichten Handschuhe der Fa. Road / Catch Me waren nach etwa fünf Minuten komplett durch. So etwas ärgert mich.






Weiter ging es über Bröl, Ingersau und Röttgen bis hin zur Tropfsteinhöhle kurz ausserhalb von Wiehl selbst.





Wir parken oberhalb des Waldhotels (kostenfrei) und legen die paar Meter bis zum Eingang zur Höhle zurück.








Die etwa 30 Minuten dauernden Führungen kosten pro Erwachsener 3,50 €.

Eine eigene Homepage gibt es nicht, so dass derzeit Informationen wie z. B. Öffnungszeiten etc. nur hier zu finden sind.


Fotografieren ist im übrigen erlaubt.

Anders als beim Besuch der Schauhöhle Herbstlabyrinth in Breitscheid die Woche zuvor, sind es nur wenige Stufen bis hinab.
Das Gangsystem beträgt insgesamt etwa 870 Meter.



Die Tropfsteinhöhle wurde 1860 bei Sprengungen in einem Steinbruch entdeckt. Dabei entdeckte Kalksteingebilde blieben aber lange unbeachtet (Quelle).



In der Zeit großer Arbeitslosigkeit wurde ihre Erschließung 1926/27 im Rahmen öffentlicher Notstandsarbeiten (Arbeitsbeschaffungs- maßnahmen) durchgeführt (Quelle wie vor).





Mit etwas Phantasie lassen sich hier Weinberge /-hänge erkennen.



Ein kleines "Stelldichein" in der Höhle, in der  durchgängig 8 Grad Celsius bei etwa 95 % Luftfeuchtigkeit herrschen.



Die Kalkschicht, in der die Wiehler Tropfsteinhöhle liegt, ist etwa 30-50 Meter dick. Überlagert wird sie von Sandsteinen der Mühlenbergschichten (Quelle).



Immer wieder sehen wir verschiedene Tropfsteingebilde und lassen unserer Phantasie freien Lauf.


Die Wiehler Tropfsteinhöhle ist mit elektrischem Licht ausgestattet

Bedingt durch die hohe Luftfeuchtigkeit wachsen in der Höhle Moose und Farne.


Im massigen Kalkstein, bei dem es sich um ein fossiles Riff aus dem unteren Mitteldevon handelt, findet man u.a. gut erhaltene Reste von Korallen. Laut Führung dürften etwa 54 Mio Jahre vergangen sein.

Kohlensäurehaltiges, fließendes und insbesondere tropfendes Wasser mit in der Regel sehr geringem Wasserfluss ist dabei Ursache der langsamen Ablagerung von Calcit. Kohlendioxid-Gas entweicht und dabei fällt Calciumcarbonat aus.Tropfsteine sind daher mit dem Travertin verwandt (Quelle).


Wie wir erfahren, wurde die Höhle auch als Schutzbunker während des Krieges genutzt.

Hierbei wurde auch viel von den Tropfsteingebilden unwiederbringlich zerstört .


Das Wachstum der Tropfsteine kann durch Höhlenbesucher gestört werden. Berührt man einen Tropfstein, so setzt sich Fett von der Haut ab und verhindert an dieser Stelle zukünftige Kalkablagerungen.



Wir verabschieden uns und begeben uns wieder zum Motorrad, mit welchem wir die Heimreise über Nümbrecht, Ruppichteroth und Linz antreten.