Schauhöhle Herbstlabyrinth bei Breitscheid in Hessen


Wann werde ich in den verlassenen Tempeln weilen, zu Füßen der Bäume oder in Höhlen, in Gleichmut, ohne einen Blick zurück?
[Zitat: Dalai Lama]

Heute sollte die Motorradtour mal nicht an die Ahr bzw. an die Mosel führen.
Auf der Suche nach einem geeigneten Ziel wurde ich dann im Internet fündig: Die Schauhöhle Herbstlabyrinth in Breitscheid (Hessen) im Westerwald.

Ein Blick auf die Internetseite ergab, dass Karten für die Führung durch die Höhle im Voraus bestellt / reserviert werden sollten, da die an den angegebenen Tagen durchgeführten Führungen zwar stündlich stattfinden, jedoch mit einer kleineren Personenzahl durchgeführt werden.

So haben wir uns zwei Karten für den heutigen Tag reservieren lassen, die wir am Informationsstand direkt am Zugang empfangen konnten.

 


Besonders gefallen hat, dass wir auch weitere Informationen als PDF zugesandt bekommen haben. So ist der Besuch des Museums Zeitsprünge und des Töpfermuseums in diesem Ticket inklusive.

Also heute morgen ab auf den "Bock" und los. Ausgerechnet hatte ich eine Anfahrt - ohne Autobahnabschnitte - von etwa einer Stunde und 45 Minuten.

Die versprochene Sonne ließ lange auf sich warten. Sie hatte schon etwas Schwierigkeiten gegen den tiefen Nebel anzukommen.







Die Fahrt ging über die B9 am Rhein entlang in Richtung Neuwied und von dort in Richtung Hillscheid, Montabaur, Herschbach, Rennerod bis nach Breitscheid selbst.






In Breitscheid selbst stellen wir unser Motorrad am Rathaus ab und folgen den braunen Wegweisern zur Schauhöhle, die wir in etwa einem Kilometer Fußweg erreichen.






 


An der Höhle selbst gibt es keinerlei Parkplätze.
Auf Nachfrage gab man an, dass man aber schon eine Ausnahme machen könnte, wenn jemand mit dem Motorrad anreist. Motorradgruppen könnten da eher schon schwierig werden.

Und ja: auf dem Rückweg war es dann richtig warm und wir unter den Klamotten durchgeschwitzt ;-)






Wir empfangen die hinterlegten Tickets und entledigen uns unserer Helme und Rucksäcke, da diese nicht mit in die Höhle hineingenommen werden dürfen. Nun warten wir noch auf den Beginn der Führung.

Übrigens, an der Info stehen auch zwei Dixi-WC.



Und da ist der Eingang in die Höhle.

124 Stufen hinab wird uns der Weg in die etwa neun Grad warme (Kalte?)  Höhle führen.



Ein Teil des Herbstlabyrinthes ist für die Öffentlichkeit zugängig. Dieser wird "Knöpfchenhalle" genannt.




Diese Knöpfchenhalle gehört zu den größten Einzelhohlräumen Deutschlands.

In ihr sind eine Vielzahl von diversen Tropfsteinformationen zu finden.


Die Gesamtganglänge des Höhlensystems beträgt derzeit etwa 9 km, die Tiefe 82 Meter. Die Tropfsteinhöhle zeichnet sich durch einen extrem sauberen, weißen bis durchsichtigen und unberührten Sinterschmuck aus, der in weitem Umkreis seinesgleichen sucht (Quelle).


Das Karstgebiet entstand durch das Wachstum eines atollartigen Korallenriffs infolge von unterseeischem Vulkanismus zur Zeit des Devons (Quelle wie vor). 






In diesem Bereich gibt es neben dem Herbstlabyrinth-Adventhöhle-System und einigen Dolinen noch viele weitere Höhlen, unter anderem die Erdbachhöhle, die mit knapp 100 Meter Tiefe als tiefste Höhle Hessens gilt (Quelle wie vor).


Eine Besonderheit ist ein Bach, der am Ortsrand von Breitscheid im Boden versickert, durch die Erdbachhöhle fließt und gut einen Kilometer weiter östlich bei Erdbach als Karstquelle wieder zu Tage tritt (Quelle wie vor).

2007 wurde mit der touristischen Erschließung des Herbstlabyrinths begonnen. Als Schauhöhlenbereich bot sich die 50 Meter lange und bis zu 32 Meter hohe Knöpfchenhalle an, da in diesem Bereich fast alle in der Höhle vorkommenden Tropfsteinarten zu finden sind. Bemerkenswert ist neben mehreren gewaltigen Sinterorgeln eine ungefähr acht Meter lange und 50 Zentimeter breite Sinterfahne (Quelle wie vor).


Es wurde ein 45 Meter langer Stollen mit einer Treppe von 125 Stufen von der Erdoberfläche zur Knöpfchenhalle aufgefahren; am 9. Mai 2009 fand die feierliche Eröffnung statt (Quelle wie vor).


Die technische Ausstattung der Höhle macht sie zu einer der modernsten Schauhöhlen Europas: Die Fußwege wurden aus GFK-Material gebaut und als erste Schauhöhle wurde sie mit LED-Lichttechnik ausgestattet (Quelle wie vor).







Nach der etwa eine Stunde dauernden Führung und ausreichend Gelegenheit zum fotografieren (natürlich ohne Blitz) geht es die 124 Stufen wieder hinauf und zurück zum Motorrad.
Und jetzt sind wir richtig durchgeschwitzt.

Wir lassen uns für etwa 2,3 km vom Fahrtwind kühlen, da wir noch ein Stück weiter nach Erdbach fahren, um dort das Museum Zeitsprünge zu besuchen.




Das Museum umfasst überwiegend Ausstellungstücke aus der Region Westerwald/Herborn/Breitscheid (Quelle).



Es zeigt auf über 150 qm und in 10 Räumen eine andere Sicht der Heimatkund (Quelle).




Das rein ehrenamtlich betriebene Museum wird fachlich unterstützt vom Naturkundemuseum Dortmund und dem Landesamt für Denkmalpflege Wiesbaden (Quelle).







Nun treten wir die Heimfahrt an und entscheiden uns kurzfristig über Nassau an der Lahn hinab nach Koblenz zu fahren.
Ein wenig hungrig waren wir auch, so dass wir auf der Fahrt nach einem geeigneten Restaurant suchten.
Den guten Augen meiner Sozia war es zu verdanken, dass wir in Dausenau an der Lahn (zwischen Nassau und Bad Ems) auf eine alte Stadtmauer aufmerksam wurden.
Eine Beschriftung an dieser wies auf das "Alte Wirtshaus an der Lahn" hin.





Wenn man es nicht kennt, würde man als Moppedfahrer evtl. vorbeifahren.

Wie gut, dass meine Frau den richtigen Riecher hatte.

Wir parken gegenüber und betreten den Schankraum, in dem wir freundlich empfangen werden.
Der Service ist spitze, die Köchin kocht selbst und richtig gut. Der selbstgemachte Rotkohl nach altem Rezept: einfach nur klasse.
Wir werden sogar mit Handschlag verabschiedet.
Eine ganz klare (!) Empfehlung.




Wir schauen uns noch kurz ein wenig um ...



... bevor wir uns auf den restlichen Heimweg machen.

Wir werden hier auf jeden Fall wieder einkehren.








Etwas unspektakulärer geht es über die B9 zurück.

Gegenüber der Burgruine Hammerstein machen wir eine letzte Rast.



Dank Motorrad-Navi (links) und Routen-/Wander-Navi (mitte) wurden wir hervorragend durch die heutige Tour gelenkt.

Was für ein schöner Tag.